Stellungnahme der Gemeinde Großkarolinenfeld zum Raumordnungsverfahren Brenner-Nordzulauf für den Abschnitt Gemeinde Tuntenhausen - Gemeinde Kiefersfelden (Staatsgrenze Deutschland/Österreich)

Montag, 27 Juli 2020 10:47

Von Seiten der Gemeinde Großkarolinenfeld wird im laufenden Raumordnungsverfahren gemäß Art. 24 des Bayerischen Landesplanungsgesetzes (BayLplG) folgende Stellungnahme abgegeben:

Rein redaktionell wird vorweg darauf hingewiesen, dass sich die Stellungnahme vorweg mit dem Verfahren und den Trassen insgesamt befasst (A), anschließend werden die einzelnen Trassenvarianten nacheinander behandelt, soweit sie die Gemeinde Großkarolinenfeld betreffen (B).

 

A   Allgemeines zum Verfahren und den Trassen

Schon bei einer ersten Durchsicht ergibt sich für den Bereich der Gemeinde Großkarolinenfeld folgende Fragestellung:

Es ist ersichtlich, dass sich sowohl der Artenschutz, schalltechnische Stellungnahmen für Betroffenheitskorridore Lärm, Menschen, Grundlagenkarten im Maßstab 1:25.000 für Menschen, menschliche Gesundheit, Infrastruktur, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Bodenfläche, Landwirtschaft, Luft und Klima, Wasser, Landschaftsgut, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter, Waldfunktionen nur auf die von der DB ins Verfahren eingebrachten 5 Grobtrassen beziehen.

Hier fällt auf, dass die Variante 3 bei der violetten/blauen Trasse an der Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld/Bahnhof endet. Damit beziehen sich auch sämtliche Statistiken und Ermittlungen nur auf die blaue/violette Trasse bis zu dieser Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld. Es ist im Rahmen dieses Verfahrens bei dieser Variante damit nicht vorgesehen, raumbedeutsame Belange auch für den jetzt schon absehbaren weiteren Verlauf Richtung Gemeinde Tuntenhausen zu prüfen.
Motivation hierfür könnte der Planungsauftrag des Bundes an die Bahn gewesen sein, in diesem Verfahren nur jeweils bis zu einer Verknüpfung nördlich bzw. westlich von Rosenheim in Richtung München zu planen. In der allgemeinverständlichen nichttechnischen Zusammenfassung ist die Rede davon, dass die Verknüpfungsstelle „aus betrieblichen Gründen erforderlich“ ist.

Es stellt sich aber vorliegend schon die Frage, ob die Abgrenzung bei dieser Alternative (blau/violett V 3) nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der raumordnerischen Prüfung sachgerecht ist. Es sind laut ROG und dem Bayerischen Landesplanungsgesetz ernsthaft in Betracht kommende Alternativen zu prüfen. Alle weiteren Trassen sind in etwa vergleichbar bis Tuntenhausen geplant und damit weitgehend umfassend der raumordnerischen Prüfung unterworfen. Die genannten betrieblichen Gründe mögen zwar bahnintern nachvollziehbar sein, bezogen auf die abschließende Einschätzung der 5 Grobtrassen im Sinne der Raumordnung wurde hier bewusst verzichtet, den Bereich über die Verknüpfungsstelle Großkarolinenfeld hinaus in das Verfahren miteinzubeziehen.

Das Abgrenzungsmerkmal Verknüpfungsstelle wurde in diesem Verfahren aus Perspektive der Raumordnung willkürlich gewählt! 

Besonders deutlich wird das u.a. beim Anhang 3 in der Karte Betroffenheitskorridor Lärm, Variante violett (blau)-Nord: Hier ist das komplette bestehende Baugebiet „Am Kolberg“, die Kolbermoorer Straße, Max-Joseph- Straße, Aiblinger Straße, Schultheiß-Gipp-Straße in den Korridor mit vom Lärm betroffenen Flächen nicht miteinbezogen.

Ergebnis dessen dürfte nach Einschätzung der Gemeinde nicht sein, dass das ganze Raumordnungsverfahren generell rechtswidrig ist oder beim Planfeststellungsverfahren nicht als Grundlage dienen kann. Würde die Trasse mit Verknüpfung im Bahnhof Großkarolinenfeld nämlich aufgrund anderer Gegebenheiten und Bedenken im weiteren Verfahren ohnehin nicht weiter verfolgt, dürfte dies keine Rolle spielen.

Anders stellt sich die Situation dar, wenn die Trasse weiterverfolgt wird. Dann fehlt für ein nicht unerhebliches Teilstück eine raumordnerische Prüfung mit begleitender Öffentlichkeitsbeteiligung, was hiermit vorweg als Verfahrensfehler geltend gemacht wird. Es ist sehr fraglich, ob und inwieweit dies im anschließenden Planfeststellungsverfahren geheilt werden kann.

Die Gemeinde bemängelt daher unter Hinweis auf die o.g. Ausführungen, dass die Flächen, die bei Weiterführung der blauen/violetten Trasse V 3 über die Verknüpfungsstelle im Bahnhof Großkarolinenfeld hinaus bis nach Tuntenhausen betroffen wären, nicht in die Prüfung beim vorliegenden Raumordnungsverfahren miteinbezogen worden sind. Insoweit können die für diese Trasse ermittelten Grundlagen von vorn herein nicht vollständig sein.

Das gleiche gilt in etwas reduziertem Umfang für die gelbe/olive Trasse (Verknüpfungsstelle Riederbach) sowie die violette/blaue Trasse V4 (Verknüpfungsstelle Aubenhausen), zumal hier die jeweils nördlichen Überwerfungsbauwerke offenbar bewusst nicht ins ROV mit einbezogen wurden. Letzteres wäre nur dann unbeachtlich, wenn die Trasse ab den Verknüpfungsstellen Riederbach oder Aubenhausen tatsächlich mit 4 Gleisen weitergeführt werden würde.

Die Gemeinde fordert außerdem wie auch die benachbarte Gemeinde Tuntenhausen, den Prüfungsbereich bis Grafing zu erweitern. Nur so ist es für den Träger des Vorhabens möglich, ermessensfehlerfrei alle raumbedeutsamen Belange ausreichend in die eigene Entscheidungsfindung miteinzubeziehen. Nur so kann raumbedeutsamen Belangen umfassend und allumfänglich Rechnung getragen werden.

Andernfalls besteht das Risiko, dass im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren Abschnittsbildungen nicht sachgerecht erfolgen.

Für das Raumordnungsverfahren werden die Verkehrsmengen aus dem   Bemessungsfall Szenario 1 zugrunde gelegt, der Schienenverkehr zwischen Rosenheim und Grafing ist hier offensichtlich nicht enthalten. Inwieweit sich das bei der Prüfung auswirkt kann nicht beurteilt werden. Dies würde sich jedoch ggf. auf alle Trassenvariante auswirken können.

Vorweg wird auch auf den Regionalplan der Region Südostoberbayern hingewiesen, der den Grundsatz enthält, dass beim Bau einer Entlastungsstrecke für den Brennerzulauf – soweit technisch machbar – eine Tunnellösung angestrebt werden soll. Die Regierung von Oberbayern wird aufgefordert, im Rahmen der raumordnerischen Beurteilung dies auch als Vorgabe für den Planungsträger zu formulieren.

So wie die Trassen derzeit im Bereich der Gemeinde Großkarolinenfeld vorgetragen sind, scheint diese Vorgabe nicht berücksichtigt. Tunnellösungen sind im gesamten Planungsraum derzeit nur dort vorgegeben, wo es sich aufgrund der Höhenverhältnisse von Berg und Tal zwingend ergibt. Die Vorgabe im Regionalplan ist jedoch weiter gefasst.

Die Bodenaustauschmaßnahmen während der Baumaßnahme wie auch die Beseitigung des Abraums aus Tunnelbohrungen sind vorhersehbar so umfangreich, dass hierfür ein für die Region verträgliches Konzept erstellt werden muss, das nicht nur die entsprechenden Flächen zur Aufbringung erfasst, sondern auch die Verkehrswege aufzeigt, die hierfür nötig sind. Dies ist auch angesichts der dichten Besiedelung des Planungsraumes und seiner Funktion für Freizeit, Erholung und Tourismus in einem sehr frühen Planungsstadium notwendig und kann auch die Trassenauswahl und die Maßnahme an sich erheblich beeinflussen. Dies gilt im Besonderen auch für alle Verknüpfungsstellen bzw. Anbindungen an das Bestandsgleis aufgrund vorhersehbarer Bodenbelastungen in diesen Bereichen.

Gleiches gilt für die erforderlichen Ausgleichsflächen. Es kann nicht sein, dass diese auch in unserer Region nachzuweisen sind, zumal dadurch zusätzlich zur Durchschneidung durch zusätzliche Gleise insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen einschränkt oder unterbunden wird.

Im Übrigen hat der Kreistag des Landkreises Rosenheim am 15.7.2020 in Zusammenhang mit dem vorliegenden Raumordnungsverfahren einen einstimmigen Beschluss gefasst, der hiermit in vollem Umfang mitgetragen wird (Anlage 1).

 

 

B Trassenbezogene Prüfung:

Die weitere Prüfung der 5 bzw. 3 Grobtrassen wird einschließlich der Alternativen einzeln und nacheinander, grundsätzlich jeweils von Süden nach Norden vorgenommen. Die Reihenfolge orientiert sich dabei grundsätzlich an der Reihenfolge der im Raumordnungsverfahren vorgelegten Unterlagen.

Zusätzlich zu den für die Prüfung vorgelegten Themen sind jedoch auch noch raumbedeutsame Auswirkungen dargestellt, die nicht ausdrücklich genannt sind, so z. B. die gemeindliche Planungshoheit insbesondere gekoppelt mit dem Anbindegebot wie auch der öffentliche Personennahverkehr.

 

 

Gelbe und olive Trasse

 Die gelbe und die olive Trasse sind im Bereich der Gemeinde identisch.

 Verknüpfungsstelle Riederbach
Westl. Tattenhausen, leichte Dammlage,
Ausdehnung im Weichenbereich 1,0-1,4 km Länge
ca. 30-40m Breite
Schemaskizzen S. 12 (Variante Gelb), S. 21 (Variante Oliv)

Auch hier ist das nördliche Überwerfungsbauwerk nicht Gegenstand des Raumordnungsverfahrens (siehe in diesem Zusammenhang Ausführungen zu A „Allgemeines zum Verfahren und den Trassen“ und Beginn der Ausführungen zu blauer und violetter Trasse V 3):

Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Planungsträger derartige Bauwerke mit erheblichen Auswirkungen nicht vollständig in das ROV und damit in die Öffentlichkeitsbeteiligung mit einbezieht!

Je nördlicher die Verknüpfungsstellen liegen, könnte der Grund hierfür die mangelnde Kenntnis über die Weiterführung oder die 4 – gleisige Weiterführung Richtung Grafing sein. In diesem Fall wäre es jedoch zielführend gewesen, auch hier jeweils 2 Varianten in das ROV einzubeziehen.

So wie es derzeit vorgesehen ist, wäre es möglich, dass Bereiche mit größerer Betroffenheit im vorhersehbaren aber überschaubaren Umfang nicht ins ROV- Prüfungsverfahren miteinbezogen werden.

Bachläufe wie die Aschach und die Rott erfüllen wesentliche Aufgaben sowohl bei der Entwässerung landwirtschaftlicher Grundstücke wie auch bei der Regenwasserbeseitigung; teilweise sind sie auch einbezogen in die gemeindliche Regenwasserbeseitigungsanlage. Das gilt auch für Rückhaltebecken, z.B. am Aschachweg.
Sie müssen daher einschließlich der Nebenanlagen in ihrer Funktion erhalten bleiben.

Der Wasser- und Bodenverband Aschach hat in diesem Bereich die Entwässerung der landwirtschaftlichen Grundstücke übernommen. Das gesamte System muss weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Der Einwand des Wasser- und Bodenverbandes Aschach, bei der Gemeinde eingegangen am 16.07.2020 wird insoweit in vollem Umfang unterstützt (Anlage 2).

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass die Gebietsbeschreibungen in den Unterlagen Lärm nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen.

Bei der Kolbermoorer Straße handelt es sich tatsächlich mit Ausnahme einer letzten noch bestehenden Landwirtschaft um gewachsenes Wohngebiet, gleiches gilt für die Aiblinger Straße Nord. Der Bereich südlich des Aschachweges ist als „Baufläche im Außenbereich einschließlich Gebäude, die nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen“, dargestellt.

Diese Zuordnung verfälscht die tatsächlichen Verhältnisse. Tatsächlich handelt es sich auch hier im Wesentlichen um Wohnbauflächen, zumal der ganze Bereich bis zur Harthauserstrasse planungsrechtlich vom Außenbereich zum Innenbereich zu kippen droht, unterstützt auch durch die Kanalisierung des Bereichs durch die Gemeinde 2015.

Schallschutzmaßnahmen sind in erheblichem Umfang nicht nur gegenüber den Anwohnern der Kolbermoorer Strasse erforderlich, sondern bei einer großen Anzahl von Weilern, die teilweise durch die Trasse vom Ort und damit Infrastruktur abgeschnitten werden.

Auf die Einhaltung der im Bundesimmissionschutzgesetz vorgegebenen Grenzwerte wird sowohl während einer lang andauernden Baumaßnahme wie erst recht im Betrieb besonderes Augenmerk zu legen sein. Außerdem befinden sich hier die Anwohner der Kolbermoorer Straße in der Hauptwindrichtung zur gelben/oliven Trasse, was sich schalltechnisch auswirkt. Hier ist die jeweils tatsächliche Nutzung der Grundstücke zu Grunde zu legen, die von den vorgelegten Unterlagen für das Raumordnungsverfahren teilweise abweicht.
Dies gilt auch für Jarezöd und Hilperting.

In Jarezöd ist die ursprünglich von der Gemeinde aufgestellte Außenbereichssatzung gekippt. Das Verfahren zur Klarstellung eines Innenbereichs nach § 34 BauGB mit Einbeziehungssatzung wurde im Juli abgeschlossen.

Auch Hilperting ist planungsrechtlicher Innenbereich.
Die Darstellung der Flächen in den Unterlagen des Raumordnungsverfahrens verfälschen die tatsächliche Situation.

Das Überwerfungsbauwerk, dessen Lage im Plan nicht dargestellt ist, belastet in der Bauphase und im Betrieb die Weiler Vogl und Gutmart unzumutbar. In Bach fährt heute schon der Zug unmittelbar hinter dem Wohnzimmer vorbei. Es ist nicht vorstellbar, wie hier ohne unzumutbare Beeinträchtigungen eine Verknüpfungsstelle entstehen soll. Für Rann und Haslau gilt das Gleiche.

Erheblich unmittelbar betroffen durch die Trasse sind auch die Weiler Aschach, Krabichl, Krabichl-Moos, Lehen und Hohenaich, sowie die Anlieger des Aschachweges.

Es werden in großem Umfang landwirtschaftliche Flächen mit existenzbedrohenden Auswirkungen durchschnitten, auch in den angrenzenden Bereichen, die oben nicht ausdrücklich genannt sind.
Zurückbleiben würden in großem Umfang unförmige „Grundstücksecken“, die, wenn überhaupt, nur mit erheblichem Mehraufwand landwirtschaftlich zu bewirtschaften wären. Außerdem ergeben sich für viele Wirtschaftswege erhebliche Umleitungssituationen, was insbesondere bei den Landwirten in der Bewirtschaftung zu erheblichem Mehr-Aufwand führt.

Diese Situation wird durch zusätzliche Bauwerke und ggf. auch Dammbauwerke, die sich aufgrund der Höhenunterschiede und der Orientierung an der Höhe des Bestandsgleises anbieten könnten, noch erheblich verschärft. Dadurch ergäben sich zusätzliche negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild.

Neben zwei Kreisstraßen sind auch viele beliebte Radwege betroffen, so im Bereich der Aschach Richtung Kolbermoor und Bad Aibling, Radwege von Großkarolinenfeld aus Richtung Jarezöd und Tuntenhausen, siehe auch Via Julia und SUR- Radweg rund um Rosenheim. Diese müssen aufgrund ihrer Funktion für die Naherholung und der ökologischen Erreichbarkeit von Arbeitsstellen in Kolbermoor und Bad Aibling in ihrer Funktion erhalten bleiben. Es ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass auch die Radwegeverbindung entlang der Kreisstraße RO19 zwischen Bad Aibling und Großkarolinenfeld, die derzeit an der Gemeindegrenze endet, zeitnah nach Großkarolinenfeld fortgeführt wird. Hierfür wird derzeit der Grunderwerbsplan vom Landratsamt Rosenheim aktualisiert.

Insgesamt ist der Freizeit- und Erholungswert besonders für Radfahrer und Fußgänger des gesamten großen Bereiches südlich der Kreistrasse RO 19, westlich der Aschach bis letztlich zu den Stadtgrenzen von Bad Aibling und Kolbermoor sehr hoch, zumal hier außer Anlieger- und Landwirtschaft- kein Kfz Verkehr zulässig ist. Dieser wäre bei einer Trassenführung in diesem Bereich nicht mehr gegeben.

Auch die gemeindliche Hauptwasserleitung (Anlage 11) sowie Leitungen der Stadt Rosenheim und der Transalpinen Ölleitung (-TAL-) liegen im Trassenbereich und müssen berücksichtigt werden.

 

 

Türkise Trasse

Es werden in großem Umfang landwirtschaftliche Flächen mit existenzbedrohenden Auswirkungen durchschnitten (siehe auch die Ausführungen bei der gelben/oliven Trasse, siehe auch die dortigen Ausführungen zum Schallschutz und der Gebietsqualifikation, sowie zum Freizeit- und Erholungswert).

Der Wasser- und Bodenverband Tattenhausen hat in diesem Bereich die Entwässerung der landwirtschaftlichen Grundstücke übernommen. Das gesamte System muss weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Die Dimension dieser raumbedeutsamen Beeinträchtigung ergibt sich aus dem Einwand des Wasser- und Bodenverbandes Tattenhausen vom 8.7.2020, der in vollem Umfang unterstützt wird und insbesondere dem Lageplan, der dem Einwand angefügt ist (Anlage 3). Er zeigt die erhebliche Dimension eines Eingriffs in dieses Drainagesystem auf.

Flächenverbrauch

Zwischen Hilperting und Ostermünchen verlaufen die vier Gleise auf 2 Bahntrassen, die in der VK-Stelle Ostermünchen zusammengeführt werden. Dies erzeugt einen unangemessen hohen Flächenverbrauch. Durch die Verlegung der Bestandsstrecke im Bereich Ostermünchen werden weitere Flächen auf dem Gemeindegebiet Großkarolinenfeld in Anspruch genommen.

 

Orts- und Landschaftsbild

Viele Ortschaften und Weiler werden vom Hauptort abgetrennt. Die Weiler Buchrain und Bach sind in der Existenz bedroht. Aufgrund der Topographie, einem stark welligen Geländeverlauf, mit Höhenunterschieden von rund 20 Metern und mehr müssen die Gleise voraussichtlich deutlich über dem Normalniveau verlegt werden.

Hier ist damit zu rechnen, dass massive Damm- oder Stelzenbauwerke entstehen, die das Orts-und Landschaftsbild zusätzlich verunstalten.

 

Siedlung und Wohnen

Der Charakter der Ortschaften und Weiler wird sich verändern. Die während der Bauzeit nötigen massiveren und breiteren Straßen werden bleiben. Sie werden das Wesen des Ortes bzw. des ländlichen Raumes erheblich verändern.
Die VK-Stelle Ostermünchen übernimmt eine bestimmende Funktion.

Die Trasse tangiert den Innerortsbereich der Gemeindeteile Jarezöd im Westen und Hilperting. Sie führt in einer Entfernung von rund 100 Metern am Ortsrand von Jarezöd bzw. 170 Metern an der Kirche in Hilperting vorbei. Zudem befinden sich eine Vielzahl von Weilern in unmittelbarer Nähe: Alsterloh, Ametsbichl, Bach, Buchrain, Bichl, Deutelstätt, Ester, Gröben, Gutmart, Haslau, Hohenaich, Hub, Krabichl, Lehen, Mühlbach, Naglstätt, Ried, Thann, Vogl, Zweckstätt.

In dem Gebiet zwischen Thann / Jarezöd und Hilperting / Tuntenhausen befindet sich ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet, eine grüne Lunge, die aufgrund des kleingliedrigen Wegenetzes und des unverbauten Bergblicks als Naherholungsgebiet häufig von Radfahrern frequentiert wird. Das Wegenetz bietet eine gute Fahrradverbindung in die Stadt Bad Aibling, den Hauptort Großkarolinenfeld und die Gemeinde Tuntenhausen.
Die hier enthaltene Umlegung des Bestandsgleises beeinträchtigt Bach erheblich.

Ebenso ist nicht vorstellbar, wie die Gleisführung im Bereich Buchrain vorgesehen ist. Buchrain wäre wohl nach einer Realisierung von türkis in diesem Bereich nicht mehr vorhanden. Das kann so nicht raumverträglich sein.

 

Planungshoheit der Gemeinde

Die Trasse verläuft unmittelbar entlang des westlichen Bebauungszusammenhangs von Jarezöd, der auch hier planungsrechtlich verfälscht dargestellt ist. In Jarezöd ist die seit 1998 bestehende Außenbereichssatzung gekippt: Die Ortschaft ist planungsrechtlich Innenbereich, worauf auch das Landratsamt hingewiesen hat und was voraussichtlich im Juli noch durch das Inkrafttreten einer Einbeziehungssatzung normiert wird.

Aufgrund dessen wird durch die türkise Trasse die Planungshoheit der Gemeinde massiv eingeschränkt. Die Gemeinde wäre nämlich unter Berücksichtigung des Anbindungsgebotes hier in der Lage, eine bauliche Entwicklung westlich von Jarezöd zu steuern. Diese Möglichkeit wird der Gemeinde bei Realisierung der türkisen Trasse faktisch genommen.

 

Lärm, Staub, Erschütterungen

Beim Bau von Eisenbahnen ist sicherzustellen, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen und Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden können. Viele einzelne Ortschaften liegen innerhalb des Korridors (Entfernung 500 Meter) betroffener Wohnbauflächen. Dies betrifft alle Ortschaften und Weiler im Schallschutzkorridor. Dies sind Alsterloh, Ametsbichl, Bach, Buchrain, Bichl, Deutelstätt, Ester, Gröben, Gutmart, Haslau, Hilperting, Hohenaich, Hub, Jarezöd, Krabichl, Lehen, Mühlbach, Naglstätt, Ried, Thann, Vogl, Zweckstätt.

Die Ortschaften Jarezöd und Hilperting bzw. Teile derselben, ebenso wie Buchrain und Bach, sind sogar weniger als 200 Meter von der Trasse entfernt oder liegen unmittelbar an. Damit entstehen Lärmbelastungen, die voraussichtlich noch erheblich über den zulässigen Grenzwerten liegen.
Auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wäre zu rechnen.

 

Freizeit und Erholung

In vielen Gärten und auf vielen Terrassen der Anlieger, die sehr nahe an der Trasse liegen, wird man sich künftig nicht mehr zum Kaffee-Trinken aufhalten wollen, weil es schlichtweg zu laut ist und die Gespräche bei jedem vorbeifahrenden Zug unterbrochen werden. Damit wird die Wohnqualität erheblich beeinträchtigt.

Außerdem werden Fahrradwege und Wanderwege nach Bad Aibling, Kolbermoor und Tuntenhausen zerschnitten. Sie können als fein abgestimmtes Netz nicht mehr in derselben Qualität wieder hergestellt werden.

Aber auch der massive Baukörper der Bahntrasse, entweder ein massiver Bahndamm oder auf Betonsäulen wird den Erholungswert deutlich reduzieren.

Die Wohnqualität gerade für die nahe an der Bahn liegenden Häuser wird sich deutliche verschlechtern. Um sich am Wochenende für ein paar Stunden zu erholen müssen die Anlieger in die bereits stark frequentierten, teilweise schon überfüllten Naherholungsgebiete in der Umgebung fahren.

 

Kulturgut

Die Filialkirche Hilperting stammt aus der Zeit um 1.500 n. Chr. (Kirche romanischer und Chor gotischer Baustil) und befindet sich in 170 Metern Entfernung zur Trasse.

Das Trinkwasserschutzgebiet der Gemeinde Großkarolinenfeld im Bereich der Stadt Bad Aibling ist im Verfahren eingebracht. Es grenzt an diese Trasse an. Es darf auch während Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden.

Auch die gemeindliche Hauptwasserleitung sowie Hauptleitungen der Stadt Rosenheim und der TAL liegen im Trassenbereich und müssen berücksichtigt werden.

  

 

 

 

Blaue Trasse und violette Trasse

 Die blaue und die violette Trasse sind im Gemeindebereich identisch und können insoweit gemeinsam geprüft werden.

 Siehe hier ganz grundsätzlich die Erläuterungen unter Allgemeines zum Verfahren A

 

Variante Verknüpfungsstelle Großkarolinenfeld (V 3)

Laut der Kurzbeschreibung

„ist im Regelfall eine Parallellage der Neubaustrecke mit der Bestandsstrecke erforderlich. Die Bestandsstrecke ist im Bereich Großkarolinenfeld geradlinig, so dass Parallellage dort hergestellt werden kann.
Die Verknüpfungsstelle liegt etwa auf Höhe der bestehenden Bahnanlagen im Bf Großkarolinenfeld, der umgebaut werden muss. Die Verknüpfungsstelle hat im Weichenbereich eine Ausdehnung von ca. 0,8 - 1,2 km Länge
(Anmerkung: die Plandarstellung in gelber Farbe ist mit 0,8 km das Mindestmaß!)
und ca. 30-35 m Breite. Im Weichenbereich schafft man die Möglichkeit des Wechsels zwischen den beiden Strecken. Hier werden die Richtungsgleise der beiden Strecken nebeneinander angeordnet, um Zugkreuzungen mit dem Gegenverkehr im Regelbetrieb zu vermeiden. Hierfür wird vor dem Weichenbereich ein Überwerfungsbauwerk zur Ver- und Entflechtung der beiden Strecken angeordnet.
Die Weiterführung der Neubaustrecke westlich des Weichenbereichs in Richtung München ist nicht Bestandteil des gegenständlichen Raumordnungsverfahrens.
Siehe Schemaskizzen S.24 (Variante Blau), S. 28 (Variante Violett).“

Bei den beiden Schemaskizzen S. 24 (Variante Blau) und S. 28 (Variante Violett) ist aber noch ein zusätzliches Überwerfungsbauwerk in Richtung Westen skizziert, das nach dem Wortlaut der Beschreibung aber „nicht Bestandteil des gegenständlichen Raumordnungsverfahrens“ ist.

Auch hier wird ersichtlich, wie willkürlich die Abgrenzung für das Raumordnungsverfahren gewählt ist: Sehenden Auges wird ein betrieblich erforderliches zusätzliches Überwerfungsbauwerk, das im besiedelten Bereich Großkarolinenfelds erhebliche Auswirkungen hätte, dem Prüfungsumfang des ROV nicht zugeordnet, obwohl es in den Schemaskizzen bereits (evtl. versehentlich?) dargestellt ist. Die technisch erforderlichen unterschiedlichen Höhenlagen und Ausdehnungen von Überwerfungsbauwerken werden sich u.a. bei Lärmimmissionen und beim Landschaftsbild erheblich auswirken.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Planungsträger derartige Bauwerke mit erheblichen Auswirkungen nicht vollständig in das ROV und damit in die Öffentlichkeitsbeteiligung mit einbezieht!!!

Außerdem wird zur Verknüpfungsstelle Großkarolinenfeld (Varianten blau und violett, V 3) folgendes vorgetragen:

Das in diesem Zusammenhang erforderliche Überwerfungsbauwerk würde zwischen dem Kurvenauslauf des Bestandsgleises im Osten Großkarolinenfelds und dem schienengleichen Bahnübergang zu liegen kommen.
Durch dieses Bauwerk und die zusätzlichen Gleise würden auch hier die Bürger im Bereich der Gebiete Vogelbeer-/Wacholder- und Waldmeisterstraße erheblich zusätzlich belastet. Es ist mehr als fraglich, ob dieser zusätzlichen Belastung auch während einer Bauphase durch entsprechende Maßnahmen angemessen Rechnung werden kann. Belange des Tierschutzes sind in Zusammenhang mit der Pferdezucht (Ponycafe) zusätzlich zu berücksichtigen.

Zu prüfen ist in diesem Zusammenhang auch ein erforderliches Kreuzungsbauwerk mit der Westtangente unmittelbar an der Gemeindegrenze in Abstimmung mit der Bestandsstrecke. Die Westtangente ist in den vorgelegten Plänen leider nicht ausreichend dargestellt ist, obwohl sie bereits in Bau ist. Derzeit wird die Unterführung der Westtangente unter dem Bestandsgleis der Eisenbahn-Bestandsstrecke Rosenheim-München hergestellt. Bei der Planung einer Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld mit Überwerfungsbauwerk muss auch das berücksichtigt werden. Es wird dringend empfohlen das staatliche Bauamt (Straßenbauamt Rosenheim) beizuziehen, da hier detaillierte Kenntnisse über technische Voraussetzungen und Bodenverhältnisse gerade in diesem Bereich vorliegen.

Jedenfalls würden beide Überwerfungsbauwerke, sowohl im Osten wie auch im Westen das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen.

Der schienengleiche Bahnübergang im Osten Großkarolinenfelds ist als Zufahrt zum Gewerbegebiet an der Wendelsteinstraße mit den Lebensmittelmärkten sowie als Zufahrt eines großen Teils der Bevölkerung Richtung Kreisstraße RO 19 und zurück zwingend und dringend erforderlich, auch während der Bauphase. Außerdem handelt es sich um die einzige ortsinterne Verbindung zwischen Großkarolinenfeld Nord und Süd ohne Höhenbeschränkung. Auch in Zusammenhang mit der Nutzung des bestehenden Bahnhofs und der dem Bahnhof zugeordneten Parkplätze im Norden und im Süden ist dieser Bahnübergang erforderlich, gleichermaßen für Rollstuhlfahrer, für die er die einzige Möglichkeit ist, von Großkarolinenfeld Nord nach – Süd zu kommen.

Die Fußgängerunterführung am Bahnhof ist insoweit nicht barrierefrei. Auch diese ist bei der weiteren Nutzung des Bahnhofs jedoch in ihrer Nutzung zu erhalten und dringend zu optimieren, etwa zusätzlich mit einem bzw. zwei Fahrstühlen. Sollte die Planung die Verknüpfung im Bahnhofsbereich weiter vorsehen, ist diese Optimierung für lange Zeit nicht realistisch.

Es ist nicht vorstellbar, wie insgesamt der Verkehr in Großkarolinenfeld funktionieren soll, besonders während der Baumaßnahme.

Beide Röhren zwischen Karolinenplatz und Max-Joseph-Straße müssen als vorrangige innerörtliche Verbindung erhalten bleiben einschließlich der Höhenbeschränkung, schon um wesentliche Teile des Schwerverkehrs durch das Ortzentrum auszuschließen. Für die Entwicklung des Ortszentrums hat das Priorität, zumal mit Realisierung der Westtangente der Schwerverkehr Umfahrungsmöglichkeiten hat.

Weitere Zwangspunkte sind der Verlauf des Erlbaches noch unter der Unterführung mit den beiden Röhren. Dieser ist nach unseren Informationen in den Grundlagen noch nicht erfasst, obwohl er insbesondere bei Regenfällen zur Ableitung von Regenwasser auch für die gemeindliche RW-Kanalisation und ansonsten für umfangreiche Drainagen - Systeme zwingend erforderlich ist. Hier ist in weiten Bereichen der Wasser- und Bodenverband Erlbach für die Unterhaltung zuständig.
Im Ortszentrum wird er derzeit von der Gemeinde zusätzlich aufgeweitet und aufgewertet mit finanzieller Unterstützung des Freistaats.

Als weiterer Wasserlauf quert die Rott in etwa beim Sportplatz die bestehende Bahnlinie.
Bei der Prüfung muss berücksichtigt werden, dass sowohl für Rott als auch für Erlbach das erfasste hundertjährige Hochwasser in den amtlichen Plänen unzutreffend dargestellt ist.
Tatsächlich wurden in den letzten Jahren der Volksfestplatz und auch der Sportplatz-West häufig (im Schnitt alle 3 Jahre) überschwemmt, was sich so den Plänen nicht entnehmen lässt.
Bei der Rathausplanung hat dies zu einer zusätzlichen Anhebung des Gebäudes schon während der Planungsphase geführt.

Es war immer bezeichnend für die historische bauliche Entwicklung der Gemeinde, den Gewässern Räume zu lassen und damit die Bebauung vor Überschwemmungen zu schützen. Das darf durch Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden.

Die Funktion der Bachläufe einschließlich der tatsächlichen Überschwemmungsflächen ist im Sinne der Wasserwirtschaft auch während einer Bauphase unbedingt zu erhalten (siehe auch Grundlagenkarten für Wasser-Nord).

Die zusätzliche bestehende Bahnunterführung im Bereich des Baugebiets Am Kolberg ist auch schon für Landwirtschaft und Rettungsdienste unbedingt erforderlich und wurde zudem erst vor kurzem von der Bahn erneuert.

Es ist nicht vorstellbar, wie hier allen Belangen schon von den baulichen Gegebenheiten her bei der Planung und erst recht bei der Baudurchführung angemessen Rechnung getragen werden kann.

 

Erhalt des öffentlichen Personennahverkehrs

Der Bahnhof in Großkarolinenfeld ist für die Gemeinde nicht nur charakteristisch, sondern hat für die Bürger einen erheblichen Wert. Derzeit in 29 Minuten und im Stundentakt zum Ostbahnhof war für viele unserer Bürger Motivation für die Auswahl ihres Wohnortes. Es ist etwas Besonderes, in der Stadt zu arbeiten und auf dem Land leben zu dürfen ohne in einer Familie ein zweites Auto zu benötigen. Die Gemeinde hat daher in den Bahnhof mit Umfeld erheblich finanziell investiert. Auch Grundstücke wurden in großem Umfang erworben, um den Bahnhof mit Umfeld weiter zu optimieren. Auf der Süd-Seite ist das weitere Vorgehen auch von der weiteren Planung des Brennernordzulaufs abhängig, da hier noch umfangreiche Baumaßnahmen zur Herstellung und Gestaltung von Stellplätzen und damit für die Gemeinde erhebliche Investitionen anstehen, die nur dann Sinn machen, wenn sie nachhaltig sind.

Auch von vielen Bürgern aus dem Rosenheimer Norden, Schechen und Kolbermoor wird der Bahnhof regelmäßig genutzt.

Schließlich sind entsprechend einer erst kürzlich durchgeführten Erhebung die gemeindlichen Einnahmen bei der Einkommenssteuerbeteiligung pro Kopf gerechnet im Verhältnis zu anderen Gemeinden ohne entsprechenden Bahnanschluss nicht unerheblich höher (nach uns ist Tuntenhausen mit dem Bahnanschluss in Ostermünchen auf dem 2. Platz). Die zuverlässige Anbindung nach München von Großkarolinenfeld aus dient somit vielen Bürgern zur gleichmäßigen Einkommenssicherung.
Insoweit hat der Erhalt des Bahnhofs und des ÖPNVs in Großkarolinenfeld nicht nur für die Ökologie, sondern auch für die Ökonomie besonderen Wert.

Es ist aber nicht vorstellbar, wie der Standard des Nahverkehrs während einer langen Bauphase bei den gegebenen bekannten Bodenverhältnissen in Großkarolinenfeld in Zusammenhang mit einer Verknüpfungsstelle und zusätzlichen Gleisen im Ortszentrum auch nur annähernd erhalten werden kann. Es wird zu Verlagerungen des Verkehrs auf die Straße kommen mit langfristigen Auswirkungen.
Zudem blockieren allein die Verfahrensdauer und die Zeit bis zu einem Baubeginn in Großkarolinenfeld sinnvolle Investitionen in den Nahverkehr.

Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Buslinien 9495 sowie 44, die sowohl Tattenhausen mit Großkarolinenfeld und Rosenheim wie auch Großkarolinenfeld mit Kolbermoor und Bad Aibling verbinden und die auf die Funktion der Querung im Bereich der beiden Röhren im Zentrum angewiesen sind.

V 3 muss unbedingt vermieden werden im Sinne des öffentlichen Personennahverkehrs!

 

Verkehr

Die Straßen „Am Weiher“ und die Lagerhausstraße liegen unmittelbar südlich am Bahndamm an. Die Straßen verbinden den Westen mit dem Osten Großkarolinenfelds in zentraler Lage und fungieren als Zufahrt zum bestehenden Bahnhof. Bei Planung und Bau der Verknüpfungsstelle im Bahnhof Großkarolinenfeld muss diese Verbindung auch im Sinne der Rettungsdienste benutzbar erhalten bleiben. (Die gemeindliche Feuerwehr befindet sich auch an dieser Straßenverbindung). Es ist nicht vorstellbar, wie dies technisch gelöst werden kann, zumal dies laut Beschreibung in den Weichenbereich fällt und zusätzlich im Anschluss das Überwerfungsbauwerk im Westen laut Schemaskizze berücksichtigt werden muss. Hier fehlen schlichtweg ohne erhebliche zusätzliche Eingriffe in den besiedelten Bereich die erforderlichen Flächen, insbesondere in der Bauphase!

Der Bau einer Verknüpfungsstelle GRK, zusätzlicher Gleise und Überwerfungsbauwerke löst generell in der Bauphase vorhersehbar große Bodenaustauschmaßnahmen mit erheblichem An- und Abfahrtsverkehr und erheblichen Verkehrsbehinderungen aus. Gleichzeitig wären bei den Baumaßnahmen im Bahnhofsbereich Stellplatzmöglichkeiten vorhersehbar nur eingeschränkt nutzbar. Es ist nicht vorstellbar, dass diese Herausforderungen sowohl für die Verkehrsteilnehmer als auch für die Anlieger zumutbar gelöst werden können. Als unmittelbare Zufahrten stehen keine übergeordneten Straßen zur Verfügung. Sowohl von Norden aus (Staatsstraße 2080) wie auch von Süden (Kreisstraße RO 19) stehen über jeweils relativ weite Strecken nur gemeindliche Erschließungsstraßen mit teilweise dicht anliegender Wohnbebauung zur Verfügung. Der Baustellenverkehr in dem zu erwartenden Umfang (Staub, Lärm, Immissionen) und über den vorhersehbar langen Zeitraum ist nicht zumutbar. Andere mögliche und zumutbare Zufahrtsmöglichkeiten sind nicht erkennbar.

Trennung der historisch gewachsenen Gemeinde und der Infrastruktureinrichtungen/Altlasten

Großkarolinenfeld lebt seit 1871 mit der Bahn und hat sich darauf eingerichtet, wenngleich in verschiedenen Bereichen auch heute noch Optimierung beim Lärmschutz nötig wäre (auf die Plangenehmigung zur Errichtung einer Lärmschutzwand südlich der Bahn bis in den Bahnhofsbereich vom 27.5.2020 wird hingewiesen). Die Infrastruktur befindet sich sowohl im Süden wie auch im Norden der Gemeinde (siehe Anlagen 4, 5 und 6).
Aus den Anlagen ist erkennbar, dass Großkarolinenfeld auf die durchgehende Nutzung der Querungsmöglichkeiten zur Befriedigung von Grundbedürfnissen des täglichen Lebens angewiesen ist. Die Einwohnerzahl in Nord und Süd ist fast gleich. So befinden sich die Grundschule und die Mittelschule im Norden, ebenso die Kirchen, der Pfarrkindergarten, das Rathaus, Bäcker, Metzger, Apotheke, Nachbarschaftshilfe mit Tagesbetreuung, die Banken, die Tennisplätze, der große preisgekrönte Kinderspielplatz und die Ärzte. Diese Infrastruktureinrichtungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfs liegen größtenteils im Norden in Zentrumslage. Würden die Bahnquerungen und die jeweils entlang der Bahn verlaufenden West- Ost Verbindungen auch nur vorübergehend nicht mehr funktionieren, wären weiträumige Umleitungen erforderlich, die - wenn überhaupt - von einer großen Anzahl unserer Bürger nicht mehr zu Fuß oder mit Fahrrad, sondern nur mit Auto zu bewältigen wären. Das gilt auch für die Erreichbarkeit vom Norden in den Süden, wo sich 2 Lebensmittelmärkte, der Friedhof, der gemeindliche Kindergarten mit Kinderkrippe und längeren Öffnungszeiten, der Wertstoffhof und die relativ zentrumsnahen Fußballplätze befinden. Großkarolinenfeld, Tattenhausen und die sonstigen umliegenden Ortschaften würden so nicht mehr funktionieren.

Großkarolinenfeld hat sich in den Jahren trotz aller Nachteile, die auch aus der Durchschneidung resultieren, mit der Bahn arrangiert. Schließlich profitiert Großkarolinenfeld auch vom Nahverkehr. Die jedoch derzeit noch in der Planung vorgesehene Verknüpfungsstelle würde erkennbar auf Jahre hinaus insbesondere in der Bauzeit diese gewachsenen Strukturen erheblich und unzumutbar beeinträchtigen. Der hierdurch ausgelöste Ausweich- und Umleitungsverkehr ist nicht zu verantworten und würde je nach Verkehrsführung auch andere Gebiete und Gemeinden belasten. Insbesondere würde auch das örtliche Gewerbe darunter leiden, weil unsere Bürger zur Versorgung mit Mitteln des täglichen Bedarfs wohl in Nachbarorte oder die Stadt Rosenheim ausweichen würden.
Gleichermaßen wird auf die querenden Buslinien und die Schulbusbewegungen hingewiesen und die auch im Zentrum Nord- und Süd vorhandenen Bushaltestellen (auf deren Einbeziehung in die Anlagen 4 und 5 wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet/ siehe auch oben „Erhalt des öffentlichen Personennahverkehrs“). Es ist nicht vorstellbar, wie dem allen bei V 3 zumutbar Rechnung getragen werden kann.

Großkarolinenfeld – Nord und Großkarolinenfeld - Süd funktionieren nur miteinander!

 

Lebensqualität und Gesundheitsgefährdungen, flächendeckende Wertminderungen

Erhebliche Wertminderungen von Grundstücken in Großkarolinenfeld wären die flächendeckende Folge mit erheblichen Konsequenzen für viele betroffene Bürger. Straßen, die auch von Anliegern und der Gemeinde finanziert worden sind, würden Schaden nehmen. Die Gemeinde hat gerade in den letzten Jahren in den Ausbau von Straßen erheblich investiert. Die Lebensqualität großer Teile der Bevölkerung wäre erheblich eingeschränkt, Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen.

Bei allen Baumaßnahmen, die die Gemeinde Großkarolinenfeld bisher in Bahn-Nähe durchgeführt hat, so z. B. in Zusammenhang mit dem Ausbau der Wendelsteinstraße Nord, hatten wir erhebliche Probleme mit hoch belastetem Material und dessen ordnungsgemäßer Beseitigung. Es ist nicht vorstellbar, wie derlei Probleme, die sich jetzt schon abzeichnen, bei einer Baumaßnahme mitten in und durch Großkarolinenfeld zumutbar und ohne konkrete Gesundheitsgefährdung gelöst werden können. Wenn in begrenzten Bereichen im Außenbereich in bestehende Gleisanlagen eingegriffen wird, ist das auch kritisch. Bei den hier vorliegenden Voraussetzungen mit Wohnbebauung, die massiv unmittelbar an die Bahngleise angrenzt, ist ein solch intensiver Eingriff unverantwortlich. Zu berücksichtigen sind hier insbesondere auch das vorhandene Straßensystem und die auch daran angrenzende Besiedelung, die in Zusammenhang mit der Entsorgung von belastetem Material, aber auch sonst von Baustellenverkehr vorhersehbar unzumutbar beeinträchtigt wären.

Gestaltungsmöglichkeiten und Planungshoheit der Gemeinde

Die Realisierung einer Verknüpfungsstelle über ROV und Planfeststellungsverfahren in Großkarolinenfeld beeinträchtigt per se die Planungshoheit der Gemeinde, weil Flächen betroffen sind, die auch unter Berücksichtigung des Anbindegebotes der gemeindlichen Planungshoheit entzogen werden oder deren Entwicklung zumindest auf Jahre hinaus erheblich einschränken.

Hierfür gibt es im gegenständlichen Bereich mehrere konkrete Beispiele:

Errichtung eines Kindergartens auf dem Grundstück Fl.Nr.348/2 der Gemarkung Großkarolinenfeld, zurückgesetzt zwischen den beiden Kirchen (ev. und kath.). Hierfür steht die Gemeinde in konkreten Verhandlungen mit der evangelischen Kirche, die das Grundstück zur Verfügung stellen würde und als Träger fungieren würde (siehe Anlage 7)

In diesem Zusammenhang kommt auch den Stellplätzen entlang des Bahndammes, die im Bebauungsplan Ortszentrum seit 1995 vorgesehen sind (siehe Anlage 8), Bedeutung zu.

Sie wären nicht nur für den vorgesehenen Kindergarten, sondern auch für das Ortszentrum bereits seit 1995 im Bebauungsplan Ortszentrum vorgesehen. Umsetzung und Planung sind bei einer Verknüpfungsstelle Großkarolinenfeld wesentlich beeinträchtigt.

Die Gemeinde plant nach dem Neubau des Rathauses mit Umfeldgestaltung auch die weitere Aufwertung des Ortszentrums. Auf die bereits vorhandene Vorstudie (Auszug siehe Anlage 9) und zahlreiche Abstimmungsgespräche mit der Regierung von Oberbayern (Bereich Städtebau) darf in diesem Zusammenhang verwiesen werden. Sollte die Verknüpfungsstelle V 3 beibehalten werden, stellt sich schon die Frage, inwieweit das Ganze noch Sinn macht und nachhaltig ist.

Man kann es so formulieren: Großkarolinenfeld hat in der Vergangenheit mit großem Aufwand Erschließungen vorangetrieben und optimiert und die Gestaltung des Ortszentrums auch deshalb hintangestellt. Grund war auch die Vorgabe, dass als Voraussetzung hierfür das Rathaus neu zu bauen ist. Jetzt, wo diese Entscheidungen gefallen sind, das Rathaus steht und das engere Umfeld neu gestaltet wird, könnte die weitere Optimierung des Ortszentrums darüber hinaus durch V 3 blockiert werden.

Gleiches gilt für die Gestaltung der Stellplätze südl. des Bahnhofs (siehe oben) sowie Fuß- und Radwegeverbindungen als Hinführung zum Ortszentrum (siehe Kolberg) und im Besonderen für eine vorgesehene zusätzliche fuß- und radmäßige Verbindung von einer Fortsetzung des sogenannten Weiherweges (Fl.Nr. 352 der Gemarkung Großkarolinenfeld) nach Norden unter dem bestehenden Bahndamm hindurch bis ins Ortszentrum.

Dieser Verbindung von Süd nach Nord kommt auch in Zusammenhang mit dem laufenden Bebauungsplanverfahren „Max-Joseph-Straße Ost II“ eine hohe Priorität zu, zumal hier Wohnen für die Altersgruppe 60 plus x vorgesehen ist und hier die Anbindung an das Ortszentrum eine besondere Priorität hat. Die Gemeinde hat diese zusätzliche Unterführung für Fußgänger und Radfahrer seit 2014 im Finanzplan vorgesehen, auch in diesem Haushalt wieder für das Jahr 2023. Allein das Festhalten an der VKST Grk macht die Realisierung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit unrealistisch:

Großkarolinenfeld wird keine zusätzliche Unterführung initiieren, wenn diese VKST weiter geplant wird.

 

Schall und Erschütterungen

Die Gebietsausweisungen sind unzutreffend dargestellt:

Pfälzerstraße kein Mischgebiet
Baugebiet Süd kein Mischgebiet (Wendelsteinstraße/Am Weiher)
Baugebiet Nord, (Großkarolinenfeld-Ost) kein Mischgebiet.
Dargestellte Außenbereichsflächen an der Waldmeisterstraße entlang der Gleise ab schienengleichen Bahnübergang in Großkarolinenfeld sind Innenbereich!

Großkarolinenfeld hat sich aufgrund des hohen Wohnwertes mit Super-Bahnanschluss immer mehr vom Gewerbe/Mischgebiet weg zum Wohngebiet entwickelt, in dem es sich gut leben lässt. Deshalb wächst der Druck auf Wohnen in der Gemeinde. So wurde auch das urbane Gebiet „Am Weiher/Wendelsteinstraße“ entwickelt.

Die Bodenverhältnisse in Großkarolinenfeld führen dazu, dass Erschütterungen, wie sie z. B. ein Güterzug verursacht sehr weit verbreiten. So ist im alten Rathaus, das sich knapp 100 Mtr. von den Gleisen entfernt befindet, jeder Güterzug durch Schall, besonders aber durch Erschütterungen wahrzunehmen. Es gab schon Architekten, die in unserem Sitzungssaal spontan die Flucht ergriffen haben, weil sie ein Erdbeben vermuteten, obwohl tatsächlich nur ein Güterzug passierte und die Leinwand wackelte. Das ist bei Baumaßnahmen entsprechend zu berücksichtigen. Hier geht es nicht nur um einen erheblichen Aufwand, dies generell technisch in den Griff zu bekommen, sondern um konkrete Auswirkungen, die bei allen Baumaßnahmen in der Nähe von Gebäuden und Infrastruktur zu erwarten sind und denen entsprechend Rechnung getragen werden muss.

Raumbedeutsamkeit muss nicht nur bezogen auf das fertige Ingenieurbauwerk, sondern auch in Zusammenhang mit den hierfür vorhersehbar nötigen Baumaßnahmen betrachtet werden!!

 

Waldfläche zwischen Rosenheim und Großkarolinenfeld

Der Wald zwischen Rosenheim und Großkarolinenfeld ist als Wald mit besonderer Bedeutung für das Klima und den Immissionsschutz dargestellt. Die besondere Bedeutung ergibt sich zusätzlich daraus, dass Großkarolinenfeld eine waldarme Gemeinde ist. 
Genau hier würde die Trasse violett/blau V 3 verlaufen. Es ist nicht vorstellbar, wie dieser Wald auch unter Berücksichtigung des Überwerfungsbauwerks in diesem Bereich in seiner Funktion erhalten werden kann.
Die Trassenverbreiterung in Kombination mit dem Bauwerk hätten realistisch betrachtet erhebliche Auswirkungen auf den Bestand dieses Waldes zwischen Großkarolinenfeld und der Stadt Rosenheim. Sowohl Rosenheim wie auch Großkarolinenfeld würde der Wald, in dessen Bestand durch den Bau der Westtangente bereits erheblich eingegriffen worden ist, als Frischluftschneise fehlen. Auch die hier entlang der Bahn verlegte gemeindliche Druckleitung (Hauptleitung/Abwasser), die das gesamte Abwasser von Großkarolinenfeld und Tattenhausen zur Kläranlage der Stadt Rosenheim ableitet, ist hier zu berücksichtigen (Anlage 10). Dies würde den Erhalt dieses Waldes zusätzlich erschweren.

 

Baudenkmäler

Die Gemeinde hat ein wesentliches Denkmal, das eng mit der Geschichte und der Gründung Großkarolinenfelds verbunden ist: Die evangelische Kirche im Ortszentrum als erste evangelische Kirche im alten Bayern überhaupt, eingeweiht mit einem katholischem Kreuz aus Rosenheim 1822.
Das Bauwerk, das sicher nicht nach aktuellen statischen Standards errichtet worden ist, steht zusammen mit Pfarrhaus und Pfarrstadel, alles Bauwerke aus den Anfängen der Gemeinde, in ca. 90 m Entfernung zu den Gleisen an der vorgesehenen Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld. Der Bau der Verknüpfungsstelle würde den Bestand erheblich gefährden.
Die Renovierung der Kirche, die bis 2022 (= 200 Jahr-Feier) vorgesehen ist, würde im Nachhinein in Frage gestellt. Allein diese Tatsache verbietet diese Verknüpfungsstelle und damit diese Variante, zumal es sich hierbei um die ältesten bis heute erhaltenen Gebäude Großkarolinenfelds handelt. Deshalb haben sie auch identifikationsstiftenden Charakter.

 

 

Blaue/violette Trasse Variante V 4

Diese Trassenvariante läuft zu einem Großteil außerhalb der Gemeinde, zunächst nördlich der Gewerbegebiete von Schechen und Großkarolinenfeld.

Ab der Rott führt die Trasse weiter Richtung Mühlbach.

Auch hier werden landwirtschaftliche Flächen in erheblichem Umfang durchschnitten.

Der Einwand des Wasser- und Bodenverbandes Tattenhausen vom 7.7.2020 (Anlage 3) wird in vollem Umfang auch hinsichtlich dieser Variante seitens der Gemeinde mitgetragen. Aus dem hier beiliegenden Lageplan ergeben sich die Dimension der Durchschneidung landwirtschaftlicher Flächen und deren Auswirkungen auf die gesamte Entwässerungssituation.
Die Durchschneidung würde sich bei Dammbauwerken, mit denen hier auch im Hinblick auf die Höhe des Bestandsgleises gerechnet werden müsste, noch extremer auswirken. Gleiches gilt hier für die Auswirkungen auf das Landschaftsbild.
Bei der Streckenführung ergeben sich vorhersehbare Konflikte im Bereich Schallschutz mit den Orten Ödenhub, Stolz, Naglstätt, Ried, Mühlbach, Thonbichl, Petzenbichl, Haslau, Bach und Hilperting. Außerdem ist hier die Höhenlage nicht nur der Trasse selbst, sondern bei den umliegenden Ortschaften und Tattenhausen zu berücksichtigen, die selbst bei einer nicht unterirdischen Streckenführung eine Einhausung erforderlich machen würden.

Hier kommt deshalb auch dem Landschaftsbild besondere Bedeutung zu.

Sowohl die Rott wie auch der Riederbach werden ein bzw. zwei Mal gekreuzt. Beide Vorfluter haben sowohl für die Ökologie mit ihrem jeweiligen naturbelassenen Bachsäumen, der
Vegetation und der Tierwelt, wie auch in Einbindung in die weitläufigen Drainagensysteme und die Wasserwirtschaft erhebliche Bedeutung. Es handelt sich hier auch um Rückzugsräume von Tieren, die aufgrund der sonst landwirtschaftlich genutzten Flächen notwendig sind.
Die hier in das Verfahren eingebrachten Karten der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (Wald mit besonderer Bedeutung als Lebensraum) stellen die tatsächliche Situation hinsichtlich des Gehölzbestandes nur unzureichend dar, was schon der Vergleich mit dem Luftbildern aufzeigt. Tatsächlich handelt es sich hier, abgesehen von der Querung einiger Straßen um bachbegleitende durchgehende Grünstrukturen mit raumordnerischer Bedeutung.

Im Bereich der Trasse liegen auch Hauptleitungen Wasser und Abwasser, die Tattenhausen mit Großkarolinenfeld verbinden (Anlage 11).

Außerdem quert V 4 den Radweg zwischen Großkarolinenfeld und Tattenhausen, der erst 2016 durch den Neubau der Brücke über den Riederbach im Rahmen des Neubaus der Druckleitung von Tattenhausen nach Großkarolinenfeld zwischen Stolz und Linden ertüchtigt worden ist.

Zusätzlich wird die Staatsstraße 2080 zwei Mal gequert, die in ihrer Funktion unbedingt erhalten werden muss.

 

Das Trinkwasserschutzgebiet der Gemeinde im Stadtbereich von Bad Aibling ist im ROV enthalten, ebenso wie das Trinkwasserschutzgebiet Tattenhausen.
Beide dürfen nicht beeinträchtigt werden.

 

 

 

 

Zusammenfassung:

 

Alle bisherigen 5 Trassen werden von der Gemeinde aufgrund schwerwiegender raumordnerischer Defizite abgelehnt.

 



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Home Neuigkeiten Gemeinde Aktuell Stellungnahme der Gemeinde Großkarolinenfeld zum Raumordnungsverfahren Brenner-Nordzulauf für den Abschnitt Gemeinde Tuntenhausen - Gemeinde Kiefersfelden (Staatsgrenze Deutschland/Österreich)

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