Erinnerung an tragisches Unglück

Montag, 28 August 2017 11:16

Wegen des schlechten Wetters musste die Einweihung des neu restaurierten Marterl , das im Wald bei Moos steht, in die Pfarrkirche Hl. Blut Großkarolinenfeld verlegt werden. Die Einweihungsfeier wurde von den Bläsern Anna und Andreas Berberich eingeleitet. Kirchenpfleger Richard Goldammer begrüßte die Kirchenbesucher und Anneliese Bolleininger las die Geschichte des Marterls aus dem Büchlein „Zeitzeugen tiefer Gläubigkeit“, das sie zusammen mit Richard Goldammer verfasste. Nach dem Lied „Großer Gott wir loben Dich“ gesungen vom Männergesangverein Großkarolinenfeld, unter der Leitung von Jürgen Behrens und der Lesung von Wortgottesdienstleiterin Petra Neumayer, ging Pfarrer Drago Curic in seiner Ansprache auf den Sinn der Wegkreuze und Kapellen in unserer Heimat ein. Die Wegkreuze, so der Ortsgeistliche, seien   in unserem Lebensraum Zeichen unseres Glaubens; ein Zeichen, dass wir Christen sind, ein Zeichen, dass wir leben. Ein in der Öffentlichkeit aufgestelltes und geweihtes Wegkreuz sei ein Anruf und Bekenntnis, dass die Kraft des Gekreuzigten uns erfüllt. Nach den Liedern „Ehre sei Gott“ und Königin von Herrlichkeit“ segnete der Ortspfarrer die neu restaurierte Gedenktafel und das Trompetenensemble beendete nach gemeinsamen Gebet die Feier.

70.2017 Einweihung Marterl Moos 1Diese kleine Gedenktafel wurde 1848 in Erinnerung an die ertrunkene Näherin Barbara Dorrer am Waldweg zwischen Moos und Thann im Wald aufgestellt. Am 15. Juli 1848 ging die 18 jährige Barbara Dorrer aus Sonnenwiechs bei Bruckmühl morgens um 4 Uhr nachhause. Auf dem Weg von Moos, wo sie beschäftigt war, musste sie über die Brücke des Rottbaches, der zu der damaligen Zeit Hochwasser führte. Beim Betreten der Brücke brach diese zusammen und das Mädchen ertrank in den Fluten. Im Laufe der Zeit verwitterte die Tafel und wurde dann, einmal 1945 von Karl Luttenbacher und ein andermal von Ludwig Demmel im Jahre 1983, wieder restauriert. Jetzt war sie wieder unansehnlich geworden und Sabine Rieder aus Tattenhausen bemalte es wieder neu. Dieses kleine Kulturgut unserer Heimat wird nun auch weiterhin den Vorübergehenden an das schreckliche Unglück, das der jungen Näherin widerfahren ist, erinnern.



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